Orpheus und Eurydike

Eine Welt, in der ein Mensch mal eben so in die Unterwelt zu dem sogenannten Totengott „Hades“ gehen kann.

Eine Welt, in der eben dieser auch die Möglichkeit hat, einen Verstorbenen zurück ins blühende Leben zu holen.

Eine Welt, die von einer so lieblichen Stimme erfüllt ist, dass alle einfach gezwungen sind, dieser zu horchen.

Genau in so eine, uns fremde und verworrene Welt konnte man eintauchen im Theater Lüneburg. Die Hansestadt Lüneburg ermöglichte es nämlich den Bewohnern und allen anderen Interessierten, die italienische Oper „Orpheus und Eurydike“ zu bestaunen. Sie basiert auf der bekannten und gleichnamigen griechischen Sage und wurde inszeniert von dem Regisseur und Balldirektor Olaf Schmidt, der seit der Spielzeit 2013/2014 im Theater Lüneburg arbeitet.

Am 21.09.2019 konnten erstmals Besucher die Vorstellung besuchen und einige Wochen später, zu der Vorführung am 08.12.2019, fanden auch ein paar Schüler (im Folgenden als „wir“ bezeichnet (Musik-/Lateinkurs) und Lehrer des 12. Jahrgangs der IGS-Embsen ihren Weg dorthin. Um 19:00 des besagten Abends im Dezember trafen wir uns im großen Haus des Theaters.

Den Tod seiner Geliebten beklagend machte sich Orpheus auf den Weg in die Unterwelt, um sie sich zurückzuholen. Sie selbst starb durch einen Schlangenbiss, weshalb sich Orpheus nicht mehr zu helfen wusste. Plötzlich tauchte Amor vor ihm auf und gab ihm die Möglichkeit, Eurydike wieder mit auf die Erde zu nehmen. Er müsse dafür in die Unterwelt und Eurydike finden, währenddessen sei es ihm verboten, sich nach ihr umzuschauen, ansonsten würden sie für immer voneinander getrennt sein. Orpheus nutzte diese Chance und machte sich auf den Weg, den Styx zu überqueren. Während dieser Reise konnte er nur traurige Lieder über die Lippen bringen. Seine Stimme jedoch war immer noch so schön, dass er alle, die im begegneten, betörte, selbst der Wächter des Tores zur Unterwelt, Kerberos, konnte dem nicht widerstehen. Nach langer Zeit fand er endlich Eurydike im Elysium und wollte selbstverständlich schnell wieder auf die Erde zurück. Eurydike verstand allerdings nicht, warum er sie nach dieser langen Zeit nicht anschauen wollte. Auch dies war ein Grund für sie, im wunderschönen Elysium zu bleiben…

Gespannt und gut vorbereitet warteten wir auf das Erheben der Vorhänge. Auf einmal gingen die Lichter aus, alles wurde still und eine dunkle Höhle, alleine mit einem Tisch und Spiegel, einem roten Sofa und einem Mann mit Bart wurde sichtbar. Erst ungefähr 10 Minuten des Stückes waren vergangen, als schon offene Fragen herrschten und der erste kleine „Schockmoment“ verklungen war. Denn wie sich herausstellte, sang der männliche Darsteller von Orpheus in einer sehr hohen und fast mädchenhaften Stimme. Dies bedurfte einer kurzen Gewöhnung, bekam aber schnell Anerkennung, als wir herausfanden, dass es heutzutage eine Rarität wäre und im Mittelalter sehr beliebt zu sein schien. Dieses Phänomen bezeichnet man als sogenannten Countertenor, schon gewusst?

Alles in allem hat uns der Opernbesuch sehr gut gefallen, bis auf einige Abschnitte des Stückes, die teilweise sehr schwer verständlich waren. Die Kostüme der Darsteller waren sehr einfach gehalten, wodurch diese nicht von der Komplexität der Handlung ablenkten. Auch das restliche Publikum schien sichtlich begeistert von der Inszenierung gewesen zu sein.

Für weitere Informationen:

https://www.theater-lueneburg.de/stuecke/orpheus-und-eurydike/

Wir hoffen wir konnten Sie für das Stück begeistern. Ihr Latein- und Musikkurs.

(Timon Hartung, Lana Rausch, Annika Putensen)

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